SYNOPSIS (DEUTSCH/ENGLISH)
 
Der eine das genialische Ausnahmetalent mit mediengerechtem Charme, der andere ein stiller, hochkonzentrierter Kämpfer: Timo Boll und Lars Hielscher sind so verschieden wie Ping und Pong. Aber beide träumen von diesem kleinen, schnellen Zelluloid-Ball, der so schwer zu kontrollieren ist. Jörg Adolph beobachtet über eine Saison ihren Weg in die Spitzen-Riege des Tischtennissports, blickt hinter die Kulissen einer Europameisterschaft und zeigt in einmaligen Aufnahmen die Dynamik und Schönheit des Spiels. Tischtennis wie noch nie - Packend, überraschend, unterhaltsam und garantiert nicht nur für Fans ein Erlebnis.
 
Klein, schnell und außer Kontrolle, Jörg Adolphs Abschlussarbeit an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, erhielt 2001 den Deutschen Fernsehpreis als Beste Dokumentation.
 
 
One is an exceptionally talented genius and a media darling, the other a quiet and highly dedicated fighter: Timo Boll and Lars Hielscher are as different as ping and pong, but they both have dreams of a small, fast and almost uncontrollable celluloid ball. Jörg Adolph follows these two men over the course of one season right to the very top of the table tennis game. He goes behind the scenes at the European Cup and reveals with his unique footage the dynamic and beauty of the sport.This is table tennis like you’ve never seen it before: enthralling, surprising, entertaining, and an unforgettable experience, not just for fans.
 
Small, Fast and Out of Control, Jörg Adolphs graduation film from the Munich University of Television and Film received the German Television Award for Best Documentary in 2001.
 
 
STATEMENT FILMEMACHER
 
Klein, schnell und außer Kontrolle zeigt Timo Boll, kurz bevor er zu einem der weltbesten Tischtennis-Spieler wird. Noch sorgen sich die Trainer, ob Timo eventuell zu sensibel für den Leistungssport ist. Noch lässt er sich von seiner Mutter komplett umsorgen, und noch ist er manchmal einfach ein 18jähriger, der lieber in Urlaub fahren möchte, als Tag ein Tag aus an der Tischtennisplatte zu stehen. Man sieht Timo Golf spielen und sich mächtig dabei ärgern. Man ist ganz nah an seinem Training dran und auch in Umkleidekabinen dabei. Und es gibt eine Szene, in der Timo seine spätere Frau trifft, was beide aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Der Film ist ein einmaliges Dokument, das zeigt wie filigran sportlicher Erfolg gestrickt ist. Am Schluss tritt Timo bei den Europameisterschaften gegen die Tischtennis-Legend Jan-Ove Waldner an und die Medaillen-Hoffnungen liegen auch auf dem anderen Helden des Films: Lars Hielscher.
 
 
PREISE UND FESTIVALS
 
Development-Award beim Bayerischen Dokumentarfilmpreis
„Der junge Löwe“, Filmfest München 2001
Deutscher Fernsehpreis „Beste Dokumentation“ 2001
Nominiert für First Step Award 2001
Internationales Dokumentarfilmfestival München 2001
 
 
 
PRESSESTIMMEN
 
Darauf haben wir seit Jahren gewartet: Endlich gibt es einen rund 90minütigen Film, der sich um Tischtennis dreht - und endlich hat sich jemand mit diesem Thema so intensiv beschäftigt, dass das Ergebnis auch Fachleute der Szene begeistert. Jörg Adolph hat über zwei Jahre hinweg Timo Boll und Lars Hielscher auf ihrem Weg bis hin zu den Europameisterschaften in Bremen begleitet; hat mit deren Trainern und Eltern, mit Mannschaftskollegen und Managern, mit Fachjournalisten und Materialexperten gesprochen und faszinierende Studien aus Training und Wettkampf aufgenommen. Das Ergebnis der akribischen Recherche, der liebevollen und einfühlsamen Arbeit Adolphs ist ein Dokumentarfilm, der unbedingt sehenswert ist: Klein, schnell und außer Kontrolle vermittelt einen Blick hinter die Kulissen der Szene und skizziert das Leben der beiden jungen Tischtennis-Profis - die harte Arbeit und die glanzvollen Höhepunkte, die Träume und die Einsamkeit. Vor allem aber schildert der Film unseren Sport da, wo er sich derzeit befindet: In jenem faszinierenden Grenzbereich zwischen spektakulärsten Schlägen und Unbeherrschbarkeit, ein Spiel auf der Kippe eben, wie Jörg Adolph sagt.
 
Rahul Nelson, In: Deutscher Tischtennissport, September 2000
 
 
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Ping und Pong
 
Lars Hielscher hat den Tunnelblick. Dann sieht er nichts außer dem Ball und dem Gegner und vielleicht noch, aus den Augenwinkeln, dem Betreuer. Fokussieren nennt man das im Tischtennissport, erläutert Bundestrainer Dirk Schimmelpfennig, eine besondere Form der Konzentration. Der Filmemacher Jörg Adolph versucht sie immer wieder filmisch nachzubilden. Zeitlupe, den Kamerablick starr auf den wild rotierenden Zelluloid-Ball gerichtet, Ping oder Pong, das Geräusch des auftreffenden und vom weichen Schlägerbelag zurück geschleuderten Balls deutlich hervorhebend. Alle Außengeräusche sind ausgeblendet: Nur dieses Ping und dieses Pong. Dazwischen tropfen einige Klänge oder es windet ein wenig auf der Tonspur. Klingt aber mehr wie Sonnenwind im Weltall. Oder wie ein Zischen im Windkanal.
 
„Klein, schnell und außer Kontrolle“ ist ein Film über den Tischtennissport und über zwei Spieler: Timo Boll und Lars Hielscher. Beide gelten als große sportliche Hoffnungen. Jörg Adolph erzählt seine Tischtennis-Geschichten über einen Zeitraum von einem Jahr. In diesem Jahr begann für Lars Hielscher das Leben als Profi in der Bundesliga und endete zu Ostern erfolgreich mit einer Medaille im Doppel bei der EM in Bremen. Dazwischen Sportleralltag. Der zwanzigjährige Hielscher zieht zum neuen Verein nach Jülich, lebt zum ersten Mal allein, rutscht zwischendurch in eine Krise, weil er zu viel reist und zu wenig trainiert. Der etwas jüngere Boll lebt noch zu Hause, lässt sich von seiner Mutter reichlich bedienen. Wie man ihm überhaupt, da er schon ein Star ist, alles zurechtrichtet. Seinetwegen ist eine ganze Tischtennis-Mannschaft um ihn und seinen Trainingsort gruppiert worden. Adolph erzählt von Erfolgen, auch von Niederlagen dieser beiden charakterlich sehr verschiedenen Sportler.
 
Es scheint sogar, als seien die Niederlagen für diesen Film wichtiger. Jedenfalls liefern sie das Material für kleine Charakterstudien, die durch Trainer und Bundestrainer erweitert und ergänzt werden. Der Autor braucht dazu keinen Kommentar und manche Dinge erzählen sich wie von selbst. Während in Bremen Hielscher eine Medaille holt, sitzt Boll mit traurigem Blick auf der Tribüne. Er ist gegen den weltbesten Spieler, Waldner, ausgeschieden. Aber schon wenige Schnitte später sieht man den jungen Mann mit seiner Freundin auf dem Rummelplatz, wie sie sich in einem dieser Schleudergeräte köstlich amüsieren, das den hier passenden Namen: Top Spin trägt.
 
Der Tischtennissport hat ein visuelles Problem, wie schon der Titel andeutet: Er ist immer schneller geworden. Die Bälle werden mit einem Tempo geschlagen, dass viele Finessen mit bloßem Auge gar nicht mehr wahrzunehmen sind. Das macht den Sport medienuntauglich. Deshalb wurden ab 1. Oktober die Regeln geändert. Die Bälle sind etwas schwerer und größer, um das Spiel zu verlangsamen und anschaubarer zu machen. Adolph zieht alle filmischen Register, einem die Artistik und Physik dieses Spiels vor Augen zu führen. Zeitlupe, Computeranimation, Hochgeschwindigkeits-Tricktechnik, den Ball genau in jener tausendstel Sekunde zu zeigen, in der er den Schläger berührt. Das ist filmisch faszinierend und variantenreich gelöst und ein vom sportlichen Geschehen schon fast abgehobenes Vergnügen und Staunen eigener Art. Auch sonst überschreitet der Filmemacher die Grenzen dokumentarischen Arbeitens respektlos nach vielen Richtungen. Zitiert Forrest Gump, kommentiert ironisch die neuen Regeln durch eine Szene, in der die Trainer mit einem Luftballon Tischtennis spielen. Oder vermeidet einfach übliche Einstellungen. Er steigt etwa bei der Pressekonferenz nach der EM nicht mit dem Statement ein, das bleibt auf der Tonspur, sondern zeigt den wartenden Boll.
 
Im Ganzen ist der Film hervorragend erzählt und geschnitten. Ohne den Sport an die Tricktechnik zu verraten, gelingt es, seine Dynamik zu übermitteln und nachvollziehbar zu machen. Höhepunkt sind zweifellos die EM-Spiele. Wie es Adolph uns seiner Cutterin (Montage: Anja Pohl) hier gelingt, aus vielen verschiedenen Einstellungen Spannung zu komponieren und zu kultivieren, das hat schon hohes Niveau. Die Schlusspointe setzt Adolph ganz beiläufig. Neue Beläge an den Schlägern, so preist ein Verkäufer in der Bremer Stadthalle an, werden den Verlust an Schnelligkeit und Spin schnell wieder ausgleichen.
 
Fritz Wolf, epd medien Nr. 79/80 vom 7. Oktober 2000
 
 
 
 
MIT
 Timo Boll und Lars Hielscher
BUCH UND REGIE
KAMERA
 Luigi Falorni, Jens Schanze
HIGH-SPEED-AUFNAHMEN
Christof Oefelein
MONTAGE
Anja Pohl
MUSIK
Matthias Rothe
Boris Müller-Bernhardt
 
 
GRAFIK
Matthias Rothe
REDAKTION
Inge Classen (ZDF/ 3sat)
Joachim Faulstich
Dr. Georg M. Hafner (HR)
PRODUZENT
Christer von Lindequist
Jörg Adolph
 
PRODUKTION
Hochschule für Fernsehen
und Film München
Hessischer Rundfunk
ZDF/3sat
FÖRDERUNG
FFF Bayern
 
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